Mir erscheint die Tatsache, dass ich heute einfach sein kann und in der Lage bin meine Gedanken in verschiedenen Textformen auszudrücken noch immer irgendwie falsch. Ich habe als Kind und Jugendlicher kaum gelesen und wenn doch dann nur halbherzig irgendeinen Klassiker für die Schule. Den Spaß am Lesen, an der Auseinandersetzung mit Literatur haben mir die meisten Lehrer/innen im Lauf meiner Schullaufbahn genommen. Gedichtinterpretation, Note vier. Rechtschreibung und Grammatik, Note drei. Essay über Kafkas Prozess, Note drei. Alles wie immer. Ich verstehe es nicht. Ich kann es nicht.
Heute weiß ich, dass es zu mindestens mein Deutschlehrer in der Oberstufe verstanden hat uns, jedenfalls mich, für die deutsche Sprache zu interessieren. Auch wenn es danach noch drei Jahre und die Entscheidung der „Businesswelt“ den Rücken zu kehren gebraucht hat, bin ich heute in der Lage Literatur anders zu betrachten und fühle mich außerdem sicher mit dem was ich selbst aufschreibe. Heißt das, dass ich keine Fehler mache? Absolut nicht. Ich kann bis heute noch nicht richtig Kommas setzen und verwechsle noch immer weis und weiß. Aber ich habe verstanden, dass beides nicht wichtig ist, micht nicht davon abhalten sollte mich auszudrücken.
Ich schreibe über das was mich am meisten beschäftigt, meistens in Form von Gedichten, manchmal aber auch Kurzgeschichten oder einfach irgendwelche Texte ohne vorgegebene Form. Dabei faszinieren mich vor allem entstehende und verfallende Orte, um präziser zu sein fasziniert es mich Orte entstehen und sie wieder verfallen zu lassen.
Es gibt kein richtiges Leben im komplexen
Klingt zurecht wie eine billige Kopie von Theodor W. Adorno, aber es ist einerseits viel mehr eine etwas verqueere Hommage an seine Denkweise und andererseits im Moment* die Art und Weise wie ich die Welt sehe und wahrnehme.
Lösungen sind niemals nur Lösungen, sondern immer auch neue Probleme. Wir halten uns Menschen für besonders intelligent, dabei sprechen alle Beweise gegen uns. Gewachsen sind wir nichts von alledem und trotzdem ziehen wir immer weiter unsere Kreise anstatt uns selbst verstehen zu lernen.
* Disclaimer: Den Satz gab es in meinem Kopf schon lange vor Corona, auch wenn er jetzt noch viel passender erscheint.
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Als letztes kann ich dir nur eines mit auf den Weg geben: Suche nicht nach der Bedeutung die ich den Dingen gegeben habe, sondern finde deine eigene, finde die Bedeutung die für dich im Moment des Lesens und Lebens einen Sinn ergibt und die dir hilft.
ETA